Kompositionen und Improvisationen über spanische Barockmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit der Ausdruckskraft des Flamenco
Wie klang die Musik Spaniens in Renaissance und Frühbarock wirklich? Diese Frage beantwortet die Accademia del Piacere nicht mit einer musealen Rekonstruktion, sondern mit einer lebendigen Wiederentdeckung historischer Musizierpraxis. In vergangenen Jahrhunderten war Musizieren weit mehr als das bloße Spielen nach Noten und eine Partitur war nie ein starres Regelwerk. Musiker*innen des 16. und 17. Jahrhunderts ergänzten oder reduzierten Stimmen, verzierten Melodien und entwickelten musikalische Motive weiter. Die Notenschrift diente dabei als Ausgangspunkt für Improvisationen und die Schaffung neuer musikalischer Strukturen.
Unter der Leitung des Gambisten Fahmi Alqhai widmet sich das international renommierte Ensemble genau dieser kreativen Freiheit und greift die historische Aufführungspraxis auf. Im Mittelpunkt steht nicht die reine Wiedergabe bereits existierender Fantasien, Variationen oder Verzierungen, sondern die historische Kreativität und die spontane musikalische Gestaltung, wie sie damals üblich war. So entsteht ein lebendiges und authentisches Konzerterlebnis, das den Geist der damaligen Musizierpraxis erfahrbar macht, und jedes Mal ein einzigartiges, nicht reproduzierbares Erlebnis ist. Dabei weiß die Accademia del Piacere mit ansteckender Spielfreude und einem unerschöpflichen Einfallsreichtum zu überzeugen.
Die Flamencotänzerin Lucía La Bronce komplettiert das musikalische Geschehen um eine eindrucksvolle, visuelle Komponente. Musik, Rhythmus und Bewegung treten in einen unmittelbaren Dialog und lassen Vergangenheit und Gegenwart auf faszinierende Weise miteinander verschmelzen. Historische Improvisationskunst der Renaissance und des Barock kombiniert mit der Ausdruckskraft des Flamenco – eine besondere Entdeckung im Programm der ZeughausKonzerte.
Begleitend zum Konzert stellt die Neusser Künstlerin Susana Völker Werke im Zeughaus aus.
