Franz Schubert / Franz Liszt – Lieder
Franz Schubert – Fantasie C-Dur, op. 15 D. 760 »Wanderer-Fantasie«
Franz Liszt – Années de pèlerinage, deuxième année: Italie
Dieses Konzert verbindet zwei der bedeutendsten musikalischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts: Franz Schubert und Franz Liszt. Was sie verbindet, ist weit mehr als eine historische Nähe. Liszt verehrte Schubert zutiefst und trug entscheidend dazu bei, dessen Musik einem internationalen Publikum bekannt zu machen. Besonders seine Bearbeitungen von Schubert-Liedern sind weit mehr als bloße Transkriptionen – sie übertragen die poetische Kraft und den emotionalen Reichtum der Gesänge auf das Klavier und eröffnen dem Instrument neue Ausdrucksmöglichkeiten.
Franz Schuberts Lieder zählen zu den herausragenden Werken der Romantik. Mit untrüglichem Gespür für Sprache und Melodie verdichtete er menschliche Gefühle zu musikalischen
Miniaturen von großer Ausdruckskraft.
»Années de pèlerinage« – »Jahre der Pilgerschaft« ist eine Sammlung von 26 Charakterstücken. Das »zweite Jahr: Italien« besteht aus sieben Stücken, die zwischen 1837 und 1849 komponiert wurden und sich als musikalisches Tagebuch einer Reise durch Italien liest. Die Begegnung mit der italienischen Kunst und Literatur steht programmatisch im Vordergrund und wird mit virtuoser Brillanz zum Klingen gebracht.
Die »Wanderer-Fantasie« ist ein sowohl monumentales als auch virtuoses Werk von Franz Schubert. Diese Komposition verlässt die traditionelle klassische Sonatenform und bereitet den Weg in die Romantik. Zugleich gilt dieses Stück als Schuberts technisch anspruchsvollstes Klavierwerk und ist für jede*n Pianist*in ein absoluter Prüfstein. Legendär ist die Anekdote, dass Schubert selbst beim eigenen Vorspielen an einer Passage scheiterte und frustriert ausrief: »Das Zeug mag der Teufel spielen!«
Der »Teufel« des heutigen Konzerts ist Lukas Sternath, Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2022. Er schlägt mit dem Konzertprogramm einen großen Spannungsbogen: von Schuberts intimer Liedkunst über die visionäre Kraft der »Wanderer-Fantasie« bis zu Liszts musikalischer Italienreise. Und er erzählt von der Fähigkeit der Musik, äußere Landschaften ebenso wie innere Welten erfahrbar zu machen.
Begleitend zum Konzert stellt die Neusser Künstlerin Michaela Schulze Wehninck Werke im Zeughaus aus.
