»PRÉLUDE«
Choreographie: Kader Attou
Was treibt uns an? Was lässt uns immer wieder aufstehen, kämpfen und weitermachen? Mit »Prélude« begibt sich der international gefeierte Choreograph Kader Attou auf eine ebenso persönliche wie universelle Spurensuche. Der Atem – der erste, elementare Impuls des Lebens – bildet den Ausgangspunkt und bestimmt den Takt einer bewegenden Reise, die in die innere Welt des Tanzes führt.
»Prélude« verknüpft Erinnerungen und Visionen, Widerstand und Aufbruch. In der Choreographie tauchen prägende Bilder aus Kader Attous Leben auf: die Vorstädte von Lyon, die Anspannung im Boxring, die Magie ausdrucksstarker Gesten, die stille Poesie von Charlie Chaplin und die befreiende Kraft des Hip‑Hop. Diese Assoziationen bilden ein choreographisches Universum, in dem Tanz, Musik und Atem zu einer gemeinsamen Sprache verschmelzen.
Unter dem kraftvollen elektroakustischen Sound von Romain Dubois entwickelt sich »Prélude« aus der anfänglichen Stille zu einem fesselnden Spektakel. Die Spannung steigt dabei unaufhörlich – vergleichbar mit einem Kampf, der bis zur letzten Sekunde ausgetragen wird. Neun Tänzer*innen verkörpern eine unbeugsame Menschlichkeit: Sie drängen vorwärts, tragen einander, stützen sich gegenseitig, geraten ins Schwanken und schöpfen im gemeinsamen Atem immer wieder neue Kraft.
»Prélude« zeichnet ein eindringliches Bild des Menschseins– gleichermaßen poetisch und körperlich. Der Abend ist eine Hommage an die Freiheit der Bewegung, an die Stärke des Miteinanders und an das, was uns im Innersten verbindet.
Kader Attou ist Tänzer, Choreograph und künstlerischer Leiter der Compagnie Accrorap. Als eine der prägenden Persönlichkeiten des Hip-Hop-Tanzes hat er maßgeblich dazu beigetragen, diese Ausdrucksform auf die Theaterbühnen zu bringen und als eigenständige Kunstform zu etablieren. Seine humanistische und weltoffene künstlerische Handschrift verbindet unterschiedliche Einflüsse und überschreitet bewusst Genregrenzen. Mit seiner Arbeit hat Kader Attou den zeitgenössischen Hip-Hop-Tanz entscheidend geprägt und zu seiner Anerkennung als besondere Ausprägung der französischen Tanzkultur beigetragen.
