Richard III. – zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Krone und Klicks.
Richard III. regierte England von 1483 bis zu seinem Tod im Jahr 1485. Er fiel in der Schlacht von Bosworth – mit seinem Tod endeten die sogenannten Rosenkriege und damit eine Epoche englischer Geschichte. Über hundert Jahre später machte ihn William Shakespeare in seinem Königsdrama »Richard III.« (1597) zur wohl schillerndsten Schurkenfigur der Theatergeschichte: machthungrig, skrupellos, ein Inbegriff des Bösen. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesem Bild und wie viel ist dichterische und effekthascherische Zuspitzung?
In »Re-Lording Richard 3.0« versetzt Philipp Sommer den umstrittenen König ins 21. Jahrhundert. Die Zeiten haben sich gewandelt – doch Richards Ruf steht noch immer im Schatten von Shakespeares Deutung. An seiner Seite: Alexa. Als digitale Instanz spiegelt sie ihm sein überliefertes Vermächtnis und konfrontiert ihn mit den Zuschreibungen, die sein Bild bis heute prägen.
Richard widerspricht – und er packt aus: Er erzählt vom intriganten Hofleben, das von Verleumdung und Verrat bestimmt war. Er räumt auf mit dem medial verklärten Bild des heroischen Ritters. Und vor allem rechnet er mit Shakespeare ab, dessen Drama über Jahrhunderte hinweg das kulturelle Gedächtnis prägte.
Was einst das Theater leistete, übernehmen heute soziale Medien: Sie verbreiten Narrative, erzeugen Bilder, setzen Fake News und Propaganda in die Welt. Wer bestimmt, was wir für wahr halten? Und wie unterscheiden wir zwischen Fakt und Fiktion, zwischen historischer Realität und wirkmächtiger Erzählung?
Eine One-Man-Show voller Tempo, Witz und kluger Selbstreflexion – die mit Spielfreude und Scharfsinn dazu einlädt, Richard III. neu zu entdecken.
Übrigens: Die Arbeit an »Re-Lording Richard 3.0« hat Philipp Sommer zur (Amateur-) Historikerin Philippa Langley geführt – von ihr und ihrer Suche nach dem wahren Richard III. handelt der Film »The Lost King« aus dem Jahr 2022. Seitdem ist Philipp Sommer Mitglied der »Richard III Society«.
Regie: Philipp Sommer
Beratung: Maja Delinić
Produktion, Bühne & Kostüm: Philipp Sommer
Ton: Clemens Gutjahr
Video: Peter Issig
mit: Philipp Sommer
Sprache: Deutsch Dauer: 55 Minuten, keine Pause
Sonderpreis: 25 € / 18 € (erm.) inkl. aller Gebühren auf allen Plätzen, freie Platzwahl

